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Aktuelles

Der Vortrag beschäftigt sich mit der frühmittelalterlichen Besiedlung der Rheinebene in der mittleren Ortenau. Ausgehend vom Ortsnamen Lahr und  zahlreichen (h)lar-Flurnamen im Hanauerland wird die These aufgestellt, dass  bereits zur Zeit Karls des Großen Wasserbauspezialisten aus dem heutigen Flandern auf der Niederterrasse des Oberrheintals angesiedelt wurden. Hierzu werden auch die hurst-, vor allem aber die tung-Ortsnamen herangezogen, die einen ähnlichen Verweis anbieten. Der Vortrag wird unterstützt durch zahlreiche Karten und Bilder in Form einer Power-Point-Präsentation.

Referent: Dr. Ewald Hall

Donnerstag, 28. Juni 19 Uhr in der Sonne Eintracht

Auf einem circa zwei Kilometer langen Rundgang durch Stollhofen wird uns Herr Ernst Gutmann die Geschichte und die Bedeutung der ehemaligen Amtsstadt und Festung Stollhofen sowie der sogenannten Stollhofener Linie erläutern. Fahrt mit eigenen Pkws, es werden Fahrgemeinschaften gebildet.

Programmablauf:
 13.30 Uhr Abfahrt ab Parkplatz Rathaus Illenau.
 14.00 Uhr Beginn der Führung, Dauer zwei bis drei Stunden
 Weiterhin ist geplant eine Einkehr im Café/Restaurant M1 in Rheinmünster-Schwarzach
Kosten für die Führung € 5,00 pro Person.
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.

 

Die erste urkundliche Erwähnung Stollhofens mit Herrenhof und Kirche erfolgte im Jahr 1154. 1212 saßen die Niederadligen "von Stadelhoven" als Vogt im Ort, 1292 erfolgte die Erstnennung der Burg. 1302 erscheint der Ort erstmalig als Stadt im Besitz der Ritter von Windeck, 1309 wechselte die Stadt an den Markgrafen von Baden. Stollhofen entwickelte sich zu einem ansehnlichen Städtchen, im Jahr 1594 wurde von der badischen Regierung eine Garnison eingerichtet. Im Laufe der Kriege des 17. Jahrhunderts diente die Stadt immer wieder als Waffenplatz für die gerade vorherrschende Kriegspartei.
Unter dem Markgrafen Ludwig Wilhelm I., genannt "Türkenlouis", wurde die sogenannte Stollhofener Linie errichtet. Dabei diente die Stadt wieder als wichtige Garnison. Die Linie sollte den Durchbruch der französischen Armeen während des spanischen Erbfolgekrieges verhindern. Am 22./23. Mai 1707 wurde sie jedoch von den Franzosen unter Marschall Villars erobert und zerstört. Dabei wurden auch alle Befestigungen um Stollhofen geschliffen.

Vortrag von Herrn Erst Gutmann

Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18:45 Uhr durch den Haupteingang der Sparkasse

Der große Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob war latenter Antisemit,
dessen Antisemitismus sich auf Juden in der Hochfinanz und des Literaturbetriebes beschränkte. Als katholischer Priester war er jedoch eigentlich dem Judentum eher zugeneigt, wie es sich an zahlreichen Stellen seiner Werke zeigt. Die Haltung Hansjakobs ist aber keinesfalls mit den rassistischen Äußerungen der NS-Zeit gleichzusetzen. Zwei wichtige Lehrer Hansjakobs aus unserer Gegend waren Alban Stolz und Lothar von Kübel, welcher später sein bischöflicher Vorgesetzter wurde. Auch bei seinen Lehrern findet sich der latente Antisemitismus wie in den Werken Hansjakobs, welcher hier aber nie gehässig oder gar despektierlich wurde, von Gewalttätigkeit oder dergleichen ganz zu schweigen. Viele als „große Geister“ anerkannte Zeitgenossen Hansjakobs waren hingegen echte Antisemiten, deren Andenken heutedifferenziert zu betrachten ist.
In seinem Vortrag will Professor Dr. Dr. Beck sich mit dem Wesen des Hansjakob und seiner Lehrer befassen und untersuchen wie die antisemitischen Äußerungen zu werten sind. Herr Beck ist selbst auf den Spuren Hansjakobs als Volksschriftsteller tätig, recherchierte etwa über den Hornberger Bürger Friedrich Jeckeln, der als Himmlers Generalbevollmächtigter einer der größten Massenmörder des NS-Regimes im Osten wurde. Seine Doktorarbeit über den Templerorden führte zu Differenzen mit der katholischen Kirche und kostete ihn damals seine Kaplanstelle, sein zweites Studium absolvierte er in der Medizin. Eine herzliche Freundschaft verbindet Herr Beck mit dem Schriftsteller Martin Walser.
Referent Prof. Dr. Dr. Andreas Beck, Hornberg

Vortrag von Wolfram Klumpp

23.02.2018 19.30 Uhr
Atelier der Illenau-Werkstätten

Die beiden mysteriösen Todesfälle des Jahres 1886 waren längst ins Reich des Vergessens versunken: Zwei Frauen, zuvor jeweils rätselhaft und jeweils an einem Samstagnachmittag verschwunden, wurden Mitte Oktober am Flussufer der Murg im Nordschwarzwald tot aufgefunden - an jeweils nahezu gleicher Stelle.
Eine der beiden Toten, eine veritable Gräfin, hatte zuletzt auf dem Schloss des Fürsten Pückler in Muskau/Oberlausitz gelebt und war zu Lebzeiten jung, schön und ungeheuer reich gewesen. Die andere - eine 67-jährige Schneiderswitwe - stammte aus dem nahen Langenbrand im Murgtal.
In beiden Fällen sprach man von "Geistesstörungen". Eine der Damen war angeblich gar schon wegen eines Nervenleidens in der Illenau zu Achern behandelt worden. Ob es sich um zwei tragische Unfälle oder Suizide handelte, wurde nie geklärt. Der Fall verschwand trotz merkwürdigster Begleitumstände binnen zweier Tage in den Akten und verblieb dort unbeachtet volle 125 Jahre lang.
Durch eine Verkettung von Zufällen kam er im Jahre 2012 wieder ans Licht. Er fiel einem Mann vor die Füße, der hauptberuflich mit der Analyse von Softwarefehlern in komplexen Anwendungssystemen zu tun hat - und sich nebenher als Heimathistoriker betätigt.
Das Ergebnis seiner Systemanalyse der etwas anderen Art: Ein nie verfolgter, nie geklärter Doppelmord mit hochbrisantem politischem Hintergrund lag vor und ein filmreifes Tatgeschehen von atemberaubender Aktualität.

1899 machte der Stadtrat von Schlettstadt die Hohkönigsburg, die größte Burgruine des Elsaß, Kaiser Wilhelm II zum Geschenk, der sich daraufhin für einen Wiederaufbau entschied. Die Rekonstruktion
der Burg zwischen 1901 und 1908 unter Leitung des Architekten Bodo Ebhardt war eines der umstrittensten Bauprojekte der wilhelminischen Ära und wurde zum Politikum, weil der Wiederaufbau sowohl von Befürwortern als auch von Gegnern, insbesondere der elsässischen Bevölkerung, als preußisch-deutsches Machtsymbol im 1871 annektierten Reichsland Elsaß-Lothringen gesehen wurde.
Heinrich Schwendemann wird in seinem Vortrag die wechselvolle Baugeschichte der Hohkönigsburg vom Mittelalter bis hin zum national-dynastischen Denkmal des wilhelminischen Kaiserreichs darstellen. Heute ist die Hohköngsburg mit über einer halben Million Besuchern im Jahr neben dem Straßburger Münster wohl das bekannteste historische Bauwerk des Elsaß und ein von der dortigen Bevölkerung geradezu mit Stolz akzeptierter elsässischer Erinnerungsort geworden.

Vortrag von Dr. Heinrich Schwendemann, Historiker, Freiburg am Donnerstag, 25. Januar 2018, 19.00 Uhr, im Hotel „Sonne-Eintracht“ in Achern

Fünf von 113 Reformatoren: Martin Luther (Wittenberg),
Philipp Melanchthon (Bretten), Huldrych Zwingli (Zürich),
Martin Bucer (Straßburg), Johannes Calvin (Genf)

Vortrag von Pfarrer Dr. Hans Gerd Krabbe, Achern

Maßgebliche, herausragende „Köpfe der Reformation“ stellt Pfarrer Dr. Hans-Gerd
Krabbe in seinem Vortrag vor – dazu gehören Martin Luther und Philipp Melanchthon
ebenso wie Huldrych Zwingli, Martin Bucer, Johannes Calvin.
Dr. Krabbe: „Die Reformation allein auf Martin Luther zu beziehen, wird weder Luther
selbst noch der Sache gerecht“. Und: „Luthers Gedanken und Reformansätze sind allesamt
längst vor ihm und seiner Zeit von anderen kundgetan worden.“
Dr. Hans-Gerd Krabbe wird an diesem Abend sein Buch: „Zwölf Köpfe der Reformation“
vorstellen, das bereits in zweiter Auflage erschienen ist.

am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 um 19.00 Uhr
in das Hotel “Sonne-Eintracht“ in Achern

Martin Luther und die Reformation im Werk von Albrecht Dürer und Lucas Cranach d. Ä., Vortrag von Frau Dr. Barbara Memheld

Der turbulente Beginn der Reformation fällt in das letzte Lebensjahrzehnt des früh verstorbenen Dürer; so kam es nicht mehr zu der von ihm erhofften Begegnung mit dem Reformator. Neben schriftlichen Äußerungen spiegelt sich die Haltung des Nürnberger Künstlers zu Luther und seiner neuen Lehre am deutlichsten in den Vier Aposteln , die zwei Jahre vor Dürers Tod entstanden und quasi als sein theologisches Vermächtnis angesehen werden können.
Im Gegensatz zu Dürer stand der ebenfalls aus dem Frankenland stammende Lucas Cranach d. Ä. in engem freundschaftlichem Kontakt zu Martin Luther. Als Hofmaler am kursächsischen Hof in Wittenberg lernte er den Reformator persönlich kennen und erlebte die Entwicklung der Reformation aus nächster Nähe mit. In enger Zusammenarbeit mit Luther und Melanchthon setzte Cranach die theologischen Standpunkte in Bilder und Grafiken um und brachte so die reformatorischen Lehrsätze unters Volk. Der Künstler wurde damit zum geschickten religionspolitischen Werber der neuen Lehre und gilt bis heute als herausragender Maler der Reformation .

Beginn des Vortrages 28. September 19 Uhr, Veranstaltungsort Hotel Sonne Eintracht in Achern

Alt-Acherner Originale
Stadtgeschichte wird heiter präsentiert
Unter dem Motto "Als es im alten Achern noch Originale gab" wird Gernot
Max Joerger am 29.6. 2017 um 19 Uhr in der Acherner "Sonne-Eintracht" aus
dem Buch seines Vaters Max Jörger (1894-1963) "Anekdoten, Schnurren,
Geschichten um Alt-Acherner Originale" eine Reihe von Anekdoten vortragen.
Die Zuhörer werden nicht nur alte Originale kennen lernen, sondern auch
Interessantes über das Leben und Treiben im alten Achern im 19. und Anfang
des 20. Jahrhunderts erfahren, zum Beispiel wann in Achern Straßenlaternen
eingeführt worden sind und was vor über hundert Jahren in Achern an Fasnet
geboten wurde.
Der Referent wird den Becken-Alisi (mit dem bürgerlichen Namen Hermann
Burkhard) vorstellen, ein überzeugter Kämpfer für die Einführung einer
Republik, aber auch ein geschäftstüchtiger Acherner Bäcker, Land- und
Gastwirt, engagierter Feuerwehrkommandant sowie kraftstrotzender Vater
von 23 Kindern aus vier Ehen. Einem seiner Streiche die Stadt Achern den
Brunnen zwischen der Sparkasse und dem alten Rathaus gewidmet. Auch an
die beiden Dienstmänner Andreas Serrer und Josef Bolian, letzterer am
Acherner Bahnhof als Skulptur verewigt, wird Gernot Joerger erinnern und über
beide aus dem Buch seines Vaters zitieren, das in drei Auflagen erschienen ist.
Schließlich wird der Referent auch Ernstes und Lustiges aus dem beruflichen
Wirken an der Illenau und aus dem weinseligen Junggesellen-Leben von Julius
Klump, dem engagierten und begabten Musikdirektor, Komponisten und
Dirigenten, vorlesen.
Gernot Joerger bietet am Ende seines Vortrags ein Gespräch mit dem Publikum
über die Frage an, ob es auch heute noch Originale in und um Achern gibt oder
ob die moderne Welt kein Biotop mehr ist, in dem Originale sich entfalten und
gemocht werden.

Was erwartet Sie?
Besuch/Führung im Historischen Besucherbergwerk
„Segen Gottes“ in Schnellingen
Die alte Silbergrube ist ein Zeugnis eines rund 800 Jahre alten Bergbaus.
Auf drei Sohlen sind in der Grube silberführende Schwer-und Flussspatgänge
in seltener Schönheit aufgeschlossen. Kristalldrusen, Sinter und
Stalaktiten, sowie mit Schlägel und Eisen herausgehauene Stollen in
bestem Erhaltungszustand gehören ebenso wie historische Türstockverbaue
zu den Schätzen der Grube.
Stadtführung – Auf den Spuren von Heinrich Hansjakob
Führung durch „Alt Haslach“. Außer den wichtigen literarischen Orten,
die Hansjakob in Haslach selbst beschreibt, erfahren Sie natürlich viel
über die badische Landstadt um 1900.

Hinweis: Die Teilnehmer sollten gut zu Fuß sein und dürfen keine
Höhlenangst haben. Fußmarsch vom Bahnhof zum Bergwerk und zurück
circa je ½ Stunde, im Bergwerk selbst sind 135 Stufen zu bewältigen.
Hinzu kommt die Stadtführung.

Anmeldungen per Email oder Telefon bitte an die Vorstandsmitlgieder,
Kosten werden ca. 25€ zuzüglich der Kosten für das Mittagessen betragen